Siegerehrung 2013

plakat2013

Die Wettbewerbsfrage 2013 lautete: „Zivilcourage gestern und heute: Pflicht oder Kür?“

 

1. Platz: Peter Neumann

Die Tränen des Thersites, die Flucht des Edward Snowden und die neuen Herausforderungen für Zivilcourage im 21. Jahrhundert

Zusammenfassung

peter neumannPeter Neumann schafft es in seinem Essay die Entwicklung des Terminus Zivilcourage von der Antike bis heute aufzuzeigen. Diesen Prozess verdeutlicht er anhand vieler Beispiele aus Vergangenheit und Gegenwart. Er betont die Rolle der Rechtsstaatlichkeit für das heutige Verständnis von Zivilcourage und fokussiert somit die politische Zivilcourage, die heute aufgrund des rechtsstaatlichen Systems in Deutschland kaum noch vorzufinden ist. Diesen Zustand sieht Peter Neumann nicht „als Warnsignal, sondern viel mehr als ein gutes Zeichen.“ Trotzdem betont er die neuen Herausforderungen, denen sich die Zivilcourage im 21. Jahrhundert stellen muss. Das Internet wird zum neuen globalen Schauplatz für Zivilcourage, das die Menschen vor neuen Herausforderungen stellen wird. Hierfür zieht er das Beispiel Edward Snowden heran.

Bewertung der Jury

Der Jury überzeugte besonders Peter Neumanns ungewöhnlicher Gedanke, dass der Rückgang der politischen Zivilcourage kein Warnsignal ist, sondern viel mehr ein gutes Zeichen. Peter Neumann schafft es geschickt den Begriff der Zivilcourage, der gut geklärt wird, mit verschiedenen Beispielen aus der Geschichte und der Gegenwart, werten die Juroren. Er weist in seinem Essay darauf hin, dass Zivilcourage zumeist in Diktaturen praktiziert und heute erinnert wird. Vor allem die Verknüpfung zwischen Zivilcourage und der neuen, digitalen Welt ist äußerst gut gelungen. Die Juroren bewerten die Arbeit als sehr hoch, weil Peter Neumann den Paradigmenwechsel zur globalisierten Handlungsebene sehr plausibel darstellt.

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2. Platz: Filip Busau (geb. Ihar Anishchanka)

Zug nach…Freiheit

Zusammenfassung
ihar anishchanka

Filip Busau nimmt uns in seinem Essay auf eine Zugfahrt nach Belarus und schafft es gleichzeitig auch immer wieder einen Bogen nach Deutschland zu spannen. Er nennt viele Beispiele für Zivilcourage, die im Kontext mit Gewalttaten stattfinden. Hierfür greift er Beispiele aus Deutschland und Weißrussland auf. Dabei kritisiert er Menschen, die sich nicht für Andere in Notlagen stark machen. Er plädiert dafür sich in die Lage des Leidtragenden zu versetzen, damit man selbst die Situation besser nachvollziehen kann. Jeder kann irgendwann auf das mutige Handeln von Menschen angewiesen sein. Auch Filip Busau betont die Bedeutung von politischer Zivilcourage und zeigt an einzelnen Beispielen die Folgen couragierten Handelns in Belarus auf. In Deutschland hingegen kritisiert er das Verschwinden der politischen Zivilcourage und hofft, dass die „soziale Teilnahmslosigkeit nicht eine der Folgen von ethnischer und politischer Freiheit ist.“

Bewertung der Jury

Filip Busaus Essay wird von der Jury als mit Herzblut geschriebener Beitrag, der den Widerstand in den baltischen Ländern mit eigenen Reflexionen verknüpft und den Bogen zu Belarus schlägt, gewertet. Die essayistische Zugreise durch postsowjetische Länder (vor allem Belarus) schildert anschaulich und erklärt treffend vielfältige Situationen von Zivilcourage, auch im Vergleich mit den deutschen Verhältnissen. Die Juroren überzeugte vor allem der Vergleich zwischen Diktatur und Demokratie und die damit verknüpfte Bedeutung von Zivilcourage. Zudem bedient sich Filip Busau an Beispielen für couragiertes Handeln außerhalb der allgemein bekannten Helden und betont somit zeitnahe Geschehnisse. Die Juroren bewerten Busaus Beitrag als ein gut und lebendig geschriebenes Essay, dass den hiesigen Lesern vermittelt was Zivilcourage in einer Diktatur bedeuten kann.

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3. Platz: Sebastian Sommer

Zivilcourage gestern und heute, Pflicht oder Kür?

Zusammenfassung

sebastian sommerSebastian Sommer definiert Zivilcourage anhand couragierten Handelns während der NS-Zeit und geht anschließend auch auf mutige Menschen in der DDR ein. Dieser Definition von Zivilcourage stellt er dem heutigen Verständnis gegenüber und kommt zum Folgeschluss, dass für unsere heutigen Probleme keine Zivilcourage mehr gefordert ist, sondern viel mehr Engagement. Dies lässt sich darauf zurückführen, dass in einem Rechtsstaat Courage nicht mehr gefragt ist. Menschen können gegen Problematiken vorgehen ohne persönliche Risiken in Kauf nehmen zu müssen. Trotzdem ruft er dazu auf, dass sich die Menschen nicht auf den politischen und rechtsstaatlichen Standards ausruhen können, sondern die Gesellschaft immer auf das mutige Vorweggehen Einzelner angewiesen ist.

Bewertung der Jury

Die Jury bewertet Sebastian Sommers  Essay als eine Elegant geschriebene Reflexion. Besonders die klare Unterscheidung zwischen Engagement und Zivilcourage sowie Zivilcourage in Diktatur und Demokratie überzeugte die Juroren. Zudem zeigt Sebastian Sommer auf, dass es nicht nur die Geschwister Scholl etc. waren, die Zivilcourage bewiesen haben, sondern etliche Menschen. Allerdings in der Allgemeinheit bilden sie nur eine kleine Minderheit. Sebastian Sommer reflektiert das Phänomen wohl und sehr gründlich. Das Essay weist eine sehr gute, ansprechende sprachliche Fassung auf.

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Publikation 2013
"Zivilcourage gestern und heute: Pflicht oder Kür?"

 

Publikation 2013

 

 

Trifft es noch zu, dass Zivilcourage das aktive Eintreten für Menschenrechte ist, auch wenn man dabei das eigene Leben riskiert? Oder gibt es einen Unterschied zwischen couragiertem Verhalten gestern und heute? Verliert der Einsatz für eine gerechte Welt an Bedeutung, wenn wir in einer gerechteren Welt leben? In einem Ideenwettbewerb der Deutschen Gesellschaft e. V. und der Deutschen Nationalstiftung 2013 positionieren sich Studierende aller Fachrichtungen zum Thema „Zivilcourage gestern und heute: Pflicht oder Kür?“ Die besten Beiträge versammelt die vorliegende Publikation.

Herausgegeben von Andreas H. Apelt, Heide Gebhardt und Eckhard Jesse im Auftrag der Deutschen Gesellschaft e. V., Mitteldeutscher Verlag, Halle 2014, 14,95 €
Gedruckt mit freundlicher Unterstützung des Bundesministeriums des Innern.
 
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